Wie Du negative Glaubenssätze gegen bessere Glaubenssätze ersetzt

So platzt der Knoten

Ob Du glaubst, dass Du es schaffst, oder nicht – Du hast auf jeden Fall recht !

Glaubenssätze sind nichts grundsätzlich schlechtes.

Glaubenssätze, die sachlich falsch sind und das Potenzial haben, Dich auszubremsen, sind es aber schon und Du kannst sie gegen hilfreichere Ideen ersetzen.

In diesem Beitrag findest Du einen Weg dafür, wie Du negative Glaubenssätze gegen hilfreiche Glaubenssätze austauschen kannst.

Was sind Glaubenssätze überhaupt ?

Glaubenssätze sind „Wahrheiten“ und „Überzeugungen“, die sich so tief in Dein Bewusstsein eingegraben haben, dass sie automatisch hervortreten und Entscheidungsprogramme auslösen.

Glaubenssätze entstehen durch permanente Konditionierung und gefühlte Erfahrung: Also dem, was Du durch Deine Erzieher gehört hast und dem, was sich im Leben „bestätigt“ hat.

Der Mensch sucht in der Regel immer nach der Bestätigung seiner Annahmen – das ist ein gefundendes Fressen für Glaubenssätze.

Beispiele für Glaubenssätze

  • „Ich bin zu klein dafür“ (um den Berg hochzusteigen)
  • „Ich bin zu dick für einen attraktiven Partner
  • „Das macht man nicht“ (z.B. mit mehreren Partnern zusammen leben)
  • „Sonntags hängt man keine Wäsche raus“
  • „Kinder müssen immer für ihre Eltern da sein“

Glaubenssätze sind keine Naturgesetze

Schaut man genauer hinter Glaubenssätze so stellt man schnell fest, dass sie keine Naturgesetzte sind und keine universelle Allgemeingültigkeit besitzen.

  • Viele kleine Menschen sind schon den Berg hochgestiegen.
  • Es gibt dicke Menschen, die mit echten Beautys in harmonischer Partnerschaft leben.
  • Es gibt unzählig viele glücklich polygam lebende Paare.
  • Überall auf der Welt wird auch sonntags Wäsche rausgehängt (und die Erde dreht sich weiter).
  • Es gibt viele „Kinder“, die sich erlauben, sich von den Bedürfnissen ihrer Eltern abzugrenzen und dennoch für sie da zu sein.

Glaubenssätze sind antrainierte Wahrheiten, die oftmals nicht wahr sind und die sich einfach ungefragt eingeschliffen haben.

Wie Du Deine negativen Glaubenssätze überwinden kannst

In meiner psychologischen Welt kann man nicht „nichts tun“ sondern lediglich „etwas anderes tun“.

Basierend auf diesem Ansatz ist jeder Versuch, einen behindernden Glaubenssatz „weg zu machen“ zum Scheitern verurteilt: Du kannst Deinen behindernden Glaubenssatz gegen einen förderlichen ersetzen – Du kannst ihn aber nicht „wegmachen“.

Mit den nachfolgend beschriebenen Schritten kannst Du nach und nach Deine behindernden Glaubenssätze austauschen.

Schritt 1: Behindernden Glaubenssatz identifizieren

Du stößt immer wieder auf eine Hürde hinter der ein Glaubenssatz stößt ? Welcher ist das ?

Verkriechst Du Dich vielleicht auf einer Party in der hintersten Ecke des Raums, weil Du der festen Überzeugung bist, dass kleine dicke Menschen nicht attraktiv und interessant für andere sein können und deshalb sowieso niemand etwas mit Dir zu tun haben will ?

Schritt 2: Hilfreichen Glaubenssatz finden

Nehem wir mal an, es ist so, dann überlege Dir mal, welche Überzeugung Du haben müsstest, damit Du Dich nicht mehr in der Ecke verstecken musst und einsam an Deinem Cocktail nuckelst…

Wie wäre es z.B. mit diesem ?:
„Es gibt eine Menge Menschen, die finden dicke Menschen attraktiv, nett und hübsch. Außerdem gibt es sehr viele Menschen, denen es scheißegal ist, ob jemand dick ist, weil sie den Menschen hinter dem Körper sehen können“.

Schritt 3: Neuen Glaubenssatz diskutieren und probieren

Nun hast Du zwar einen Glaubenssatz gefunden, der Dich dorthin bringen könnte, wohin Du willst, aber das bedeutet ja noch nicht, das der richtiger ist, als Dein vorheriger Glaubenssatz.

Noch schlimmer: Es ist ja nicht Dein Glaubenssatz (also – noch nicht).

Schau doch einfach mal genauer hin:

  • Gibt es Menschen, die dick sind und die dennoch attraktiv für andere sind ?
  • Kennst Du jemanden persönlich ?
  • Wenn ja: Stimmt dann Dein alter Glaubenssatz noch ?
  • Wie verhalten sich die Menschen, die trotzt ihres Übergewichtes attraktiv sind ?
  • Wie wirken sie auf Dich ?
  • Wie wirken sie auf andere ?
  • Was machen sie anders als Du ?

Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass es wohl „irgendwie sein kann“, dass man auch aus dicker Mensch attraktiv für andere sein kann, ist zumindest eines bewiesen:

Dein alter Glaubenssatz hat keine universelle Gültigkeit – es gibt Ausnahmen – und diese können auch für Dich gelten.

Die Frage ist nur noch: Was musst Du dafür ändern.

Schritt 4: Neuen Glaubenssatz verwerfen oder integrieren

So ganz ohne Risiko kommst Du aus der Nummer nicht raus. Du musst den neuen Glaubenssatz: „Ich kann auch als dicker Mensch attraktiv für andere sein“ mal ausprobieren.

Je öfter Du etwas übst, desto besser wirst Du in dieser Angelegenheit. Entscheide Dich daher, es mehrfach zu versuchen und jedes Mal genau zu beobachten, was passiert ist.

Also: Krone richten, Kinn hoch, Schultern nach hinten und rein ins Gefecht: Da draußen ist jemand, der Pummelchen total klasse findet und nur auf Dich wartet.

Nachdem Du eine zeitlang das neue Konstrukt getestet hast, triff eine Entscheidung:

  • Der neue Glaubenssatz ist gut – ich behalte ihn
  • Der neue Glaubenssatz ist zwar im Prinzip ganz gut, braucht aber hier und dort noch etwas Anpassung. Die integriere ich und probiere die neue Variante aus.
  • Uaahhh – neee… der Neue taugt überhaupt nichts – ich schaue mal, ob ich einen anderen finde und teste diesen.
  • Ich wil den alten Glaubenssatz wieder haben – so falsch war der doch nicht….

Schritt 5: Mit dem neuen Glaubenssatz leben

Selbst wenn Dein neuer Glaubenssatz Dein alter wäre (was ich in der Regel auschließe), dann lebst Du mit diesem nun entspannter, weil Du Alternativen bewusst getestet hast.

Wenn Du einen neuen Glaubenssatz in Dein Leben integriert hast – und er sich in vielen Situationen als „wahr“ behauptet hat, kannst Du ihn pflegen und ausbauen.

Neben der Veränderung, die durch den neuen Glaubenssatz selbst in Dein Leben getreten ist, hast Du auf jeden Fall gelernt, dass Glaubenssätze willkürliche Konstrukte sind, die Du gegen andere willkürliche Konstrukte ersetzen kannst.

Der Unterschied zu Glaubenssätzen, die Du von Deinen Erziehern seit frühester Kindheit ungefragt übernommen hast ist der, dass Deine eigenen Glaubensskonstrukte das Ergebnis bewussten Handelns sind und vor allem mit Deinen Zielen und Wünschen korrespondieren.

Gib Dir Zeit

Deine Glaubensätze hast Du in frühester Kindheit gelernt und über Jahrzehnte verfestigt. Es wäre hyperoptimistisch anzunehmen, dass Dein Ich so einen liebgewonnenen Glaubenssatz einfach so loslässt.

Gib Dir also bitte etwas Zeit bei der Integration Deiner neuen Glaubenssätze und verzeihe Dir gelegentliche Rückfälle in alte Muster.

…..aber bleib dran – es lohnt sich für Dich, möglichst viele behindernden Glaubenssätze durch hilfreiche zu ersetzten…..

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